Weihnachtsgrüße

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

das Jahr 2020 neigt sich dem Ende zu.

Ein Jahr, das wir uns ganz anders vorgestellt und gewünscht hatten.

„Corona“, dieses Wort bestimmt das ganze Jahr über das Weltgeschehen und wird uns vermutlich auch 2021 weiterhin sehr beschäftigen.

Aber das Thema Infektionsschutz war schon vor Corona ein Thema für uns.

2019 hatte der Bundesvorstand die Justizministerien bundesweit angeschrieben und eine Anfrage bezüglich „Schutzvorkehrungen für Justizwachtmeister*innen bei ansteckenden Krankheiten“, gestellt. In der Anfrage wollten wir wissen, wie die einzelnen Ministerien die Kollegen*innen des Justizwachtmeisterdienstes vor ansteckenden Krankheiten (HIV, Hepatitis, TBC…) schützen. (Wir berichteten)

Zu dieser Zeit kannte noch niemand das Wort „Corona bzw. Covid-19“ und dementsprechend lapidar waren teilweise leider auch die Antwortschreiben ausgefallen.

Dass dies jetzt leider anders aussieht, muss ich hier sicher nicht erwähnen. Ich möchte nicht behaupten, wir waren der Zeit voraus, dies wäre anmaßend. Aber es hat sich wieder gezeigt, dass man nicht bis zum Worst-Case-Szenario warten sollte, bis man sich mal ernsthaft Gedanken macht.

Diese Pandemie stellt, wie es die Politik so schön sagt, auch für die Justiz, vor sehr große Herausforderungen.

Nur muss hier und jetzt geschaut werden, diese Herausforderungen dürfen nicht immer zu Lasten der Justizwachtmeister*innen bewältigt werden.

Während andere Berufsgruppen im Home-Office arbeiten, müssen unsere Kollegen/innen ihren Dienst täglich vor Ort verrichten. Auch wenn andere quarantänebedingt zuhause bleiben und ausfallen, so hat man in einigen Bundesländern für den Justizwachtmeisterdienst eine sogenannte „Arbeitsquarantäne“ eingeführt.

Dass die deutsche Justiz noch funktioniert, ist natürlich jedem einzelnen Bediensteten zu verdanken, unabhängig des Berufsstandes. Es sind jedoch die Justizwachtmeister*innen, die sich erhöhten Gefahren aussetzten müssen. Einlasskontrollen, Vorführungen und Sitzungsdienste, sowie die Schleusen und das sehr umfangreiche Postwesen müssen funktionieren und weiterlaufen. Die Präsenz unserer Kollegen*innen ist unverzichtbar. Das war schon immer so, nur ist dies zu Corona-Zeiten noch deutlicher geworden.

Daher wird es endlich höchste Zeit, dass dieser Einsatz mehr gewürdigt wird.

Es wird Zeit, dass man sich von dem längst überfälligen „einfachen Dienst“ verabschiedet, welcher in einigen Bundesländern noch immer im Justizwachtmeisterdienst vorhanden ist. Der Beruf muss finanziell attraktiver gemacht werden. Das sind wir wert!

Darüber hinaus haben wir dieses Jahr die Justizministerien der Länder angeschrieben und für mehr Wertschätzung appelliert. (siehe Artikel)

So fordern wir eine Gefahrenzulage (ähnlich der Polizeizulage) für alle Bediensteten des Justizwachtmeisterdienstes, da wir sicherheitsrelevante Aufgaben wahrnehmen. Sicherheitsrelevante Aufgaben sind neben dem Vorführdienst auch die Einlasskontrolle, der Schleusendienst und auch der Saal- und Sitzungsdienst. Die Justiz verlässt sich auf ihre Justizwachtmeister*innen, dass diese bei Vorkommnissen gleich vor Ort sind und einschreiten. Im Gegenzug sollen sich aber auch diese auf ihr Ministerium verlassen können, dass die Wertschätzung nicht immer direkt am „Geldsparen“ scheitert.

Jedes einzelne Zahnrad im Getriebe ist wichtig und wird gebraucht!

Auch wenn dieses Weihnachten ganz anders ausfallen wird, wie wir es gewohnt sind, wünsche ich Euch allen im Namen des Bundesvorstandes ein gesegnetes Weihnachtsfest und für das neue Jahr 2021 alles Gute und vor allem Gesundheit.

 

Ralf Schorn

Bundesvorsitzender

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