Grundsatzentscheidung zur A-Besoldung: Bundesverfassungsgericht bestätigt jahrelange Unteralimentation

Mit Beschluss vom 17. September 2025 hat das Bundesverfassungsgericht eine grundlegende Entscheidung zur amtsangemessenen Besoldung getroffen. In der am 19. November 2025 veröffentlichten Pressemitteilung stellt das Gericht unmissverständlich fest, dass die A-Besoldung der Beamtinnen und Beamten des Landes Berlin in den Jahren 2008 bis 2020 verfassungswidrig zu niedrig war.

Damit bestätigt das Gericht, worauf der Bundesverband und seine Landesverbände seit vielen Jahren hinweisen, die amtsangemessene Alimentation ist kein politisches Entgegenkommen, sondern ein verfassungsrechtlich garantierter Anspruch aus Artikel 33 Absatz 5 des Grundgesetzes. Die zuständige Senatsverwaltung für Finanzen hat angekündigt, die Entscheidung zu respektieren und zeitnah umzusetzen. Geplant ist ein Reparaturgesetz, das nicht nur die ausdrücklich entschiedenen Einzelfälle erfasst, sondern sämtliche offenen Verfahren in allen Besoldungsgruppen und Besoldungsordnungen bis einschließlich 2020 berücksichtigen soll.

Für den Justizwachtmeisterdienst ist diese Entscheidung von besonderer Bedeutung. Viele Kolleginnen und Kollegen sind in den unteren Besoldungsgruppen eingeordnet und damit von struktureller Unteralimentation besonders betroffen. Gerade in einem Bereich, in dem Verantwortung, Arbeitsbelastung und Sicherheitsanforderungen seit Jahren kontinuierlich steigen, ist eine faire und verfassungsgemäße Besoldung keine Frage des Wohlwollens, sondern eine zwingende Voraussetzung. Der Bundesverband der Justizwachtmeister freut sich insbesondere für die rund 657 Kolleginnen und Kollegen im Justizwachtmeisterdienst in Berlin und hofft, dass sie nun zeitnah eine verfassungsgemäße und faire Besoldung erhalten.

Die Entscheidung aus Karlsruhe wird bundesweit Wirkung entfalten und dürfte auch in anderen Ländern weitere Prüfungen und Verfahren nach sich ziehen. Der Bundesverband der Justizwachtmeister wird diese Entwicklungen aufmerksam begleiten und sich weiterhin klar und deutlich für eine verfassungsgemäße, faire und transparente Besoldung einsetzen.

Denn eines macht diese Grundsatzentscheidung sehr deutlich, verfassungswidrige Besoldung bleibt verfassungswidrig, auch wenn sie über viele Jahre hinweg praktiziert wurde.

Gemeinsam stark durch das Jahr – Weihnachtsgrüße des Bundesvorstands

 

 

Liebe Landesvorsitzende der Verbände, liebe Kolleginnen und Kollegen des Justizwachtmeisterdienstes, liebe Mitstreiter,

als Bundesvorstand möchten wir zum Jahresende ganz bewusst Danke sagen. Danke für die gute, vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit, für euren Einsatz, eure Verlässlichkeit und den offenen Austausch über alle Ebenen hinweg.

Dieses Jahr hat uns allen einiges abverlangt. Umso wichtiger war es zu sehen, dass wir uns aufeinander verlassen können und gemeinsam an einem Strang ziehen. Der Zusammenhalt, die Kollegialität und das gegenseitige Verständnis sind keine Selbstverständlichkeit und genau dafür möchten wir uns bei euch bedanken.

Wir wünschen euch und euren Familien ein frohes, ruhiges und besinnliches Weihnachtsfest, Zeit zur Erholung und einen guten Start in ein gesundes neues Jahr. Wir freuen uns auf die weitere gemeinsame Zusammenarbeit und darauf, den Justizwachtmeisterdienst auch künftig gemeinsam voranzubringen.

Herzliche Grüße der Bundesvorstand

 

 

 

 

 

 

Bundesverband der Justizwachtmeister zu Gast beim Landesverband Bremen/Bremerhaven e. V.

 

Der Bundesverband der Justizwachtmeister traf sich auf Einladung in Bremen mit den Kolleginnen und Kollegen des Landesverbands Bremen/Bremerhaven e. V., um aktuelle Themen aus dem Justizwachtmeisterdienst zu besprechen und Erfahrungen auszutauschen.

Der 1. Vorsitzende des Bundesverbands kam dabei mit den Kolleginnen und Kollegen zu einem intensiven und kollegialen Austausch zusammen. Im Mittelpunkt des Treffens standen die Themen Vorführungen von Gefangenen, Einlasskontrollen unter Einsatz von Gepäckscannern sowie die dazugehörige OTS-Software. Der Austausch bot wertvolle Einblicke in die tägliche Arbeit, die technischen Abläufe und die aktuellen Rahmenbedingungen vor Ort.

Ein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten, insbesondere dem 1. Vorsitzenden des Landesverbands Bremen, für die interessanten Einblicke, die offenen Gespräche und die Möglichkeit, die Arbeitsabläufe im Gebäude kennenzulernen.

Der Bundesverband bedankt sich für die freundliche Aufnahme und das kollegiale Miteinander. Die Zusammenarbeit und der direkte Austausch mit den Verbänden bleiben auch künftig ein wichtiger Bestandteil der gemeinsamen Arbeit im Justizwachtmeisterdienst.

Mit besten kollegialen Grüßen der Vorstand

Alldo Hertramph

1. Vorsitzender des Bundesverbands der Justizwachtmeister

 

 

Pakt 2026 für den Rechtsstaat, stark für alle Ebenen: Inklusive des Justizwachtmeisterdienstes

Der vorgesehene „Pakt für den Rechtsstaat 2026″ bringt wertvolle Mittel für Personal und Digitalisierung, ein wichtiger Impuls für unsere Justiz! Diese Initiative markiert einen bedeutenden Schritt zur Stärkung unseres Rechtssystems und verspricht essenzielle Ressourcen für die Zukunft.

https://www.bmjv.de/DE/rechtsstaat_kompakt/pakt_fuer_den_rechtstaat/pakt_fuer_den_rechtstaat_node.html

Aber wir dürfen nicht vergessen: Ohne den Justizwachtmeisterdienst läuft’s auch nicht rund und doch tauchen wir im „Pakt“ nicht einmal als Fußnote auf.

Der Justizwachtmeisterdienst bildet das Rückgrat der täglichen Justizarbeit. Von der Sicherheit in Gerichtsgebäuden bis zur Zustellung wichtiger Dokumente, ohne diese Dienste steht das gesamte System still:

  1. Gewährleistung der Sicherheit in Gerichten und Staatsanwaltschaften
  1. Sitzungs- und Vorführdienst
  1. Verwaltungsaufgaben im Justizalltag

Ein starker Rechtsstaat braucht starke Strukturen auf allen Ebenen, der Justizwachtmeisterdienst ist unverzichtbar für ein funktionierendes Justizsystem.

Gemeinsam für einen vollständigen Pakt

Der Pakt für den Rechtsstaat 2026 ist eine Chance, die wir nicht verpassen dürfen. Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass alle wichtigen Bereiche der Justiz, einschließlich des Justizwachtmeisterdienstes, die Aufmerksamkeit und Ressourcen erhalten, die wir verdienen. Nur so können wir ein starkes und effektives Rechtssystem für die Zukunft aufbauen.

Zunehmende Widerstände gegen Justizwachtmeisterinnen und Justizwachtmeister

In den letzten Monaten haben wir mit Sorge wahrgenommen, dass die Widerstände gegen Kolleginnen und Kollegen kontinuierlich bundesweit zunehmen. Ein aktueller Vorfall, der in einem Artikel des NDR berichtet wurde, spiegelt diese besorgniserregende Entwicklung wider.

In einem Missbrauchsprozess in Braunschweig kam es zu einem brutalen Übergriff, bei dem ein Angeklagter einen Kollegen** blutig schlug. Solche Vorfälle sind nicht nur eine alarmierende Gefährdung der Sicherheit der Bediensteten, sondern auch ein Zeichen für die zunehmende Respektlosigkeit gegenüber den Amtsträgern in unseren Gerichten. https://search.app/sHc4UsH6vvEPDcYC9

Wir als Bundesverband  sprechen uns entschieden gegen diese gewaltsamen Übergriffe und die damit verbundenen Widerstände aus.

Wir möchten an dieser Stelle alle Kolleginnen und Kollegen dazu aufrufen, gewaltsame Vorkommnisse zu melden. Auf unserer Webseite findet Ihr die Möglichkeit, entsprechende Vorfälle zu dokumentieren und so zur Verbesserung der Situation beizutragen. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass das Amt des Justizwachtmeisterdienstes angemessen respektiert und geschützt wird. https://www.bundesverband-justizwachtmeister.de/uebergriffe-im-

Wir danken für Eure Unterstützung und Euer Engagement.

Gemeinsam für Sicherheit und Respekt in der Justiz!

** Der Vorstand des Bundesverbandes steht im Kontakt mit dem verletzten Kollegen.

Plakat Gewalt

 

Welt-AIDS-Tag: Kooperation mit der Deutschen Aidshilfe

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

anlässlich des Welt-AIDS-Tages (https://www.welt-aids-tag.de ) möchten wir auf unsere wichtige Kooperation mit der Deutschen Aidshilfe hinweisen. Immer wieder kommt es vor, dass Bedienstete von Justiz, Polizei, Zoll und Ordnungsdiensten durch Nadelstiche von Spritzen verletzt werden. Diese Verletzungen können entweder durch unachtsames Handeln oder als gezielte Angriffe erfolgen. In solchen Momenten ist die Unsicherheit oft groß: Besteht das Risiko einer Ansteckung mit Krankheiten wie HIV oder Hepatitis.

Um Euch in diesen Fällen bestmöglich zu unterstützen, haben wir gemeinsam mit der Deutschen Aidshilfe ein „3-Säulen-Konzept“ entwickelt:

1.  Aufklärung: Wir bieten Kontakt zu kostenlosen Vorträgen der Deutschen Aidshilfe zu ansteckenden Krankheiten und Nadelverletzungen an. Bei Interesse könnt Ihr Euch an Euren zuständigen Landesverband wenden.

2. Checkliste für Notfälle: Diese Übersicht zeigt Schritt für Schritt, wie bei Nadelstichverletzungen vorzugehen ist. Deswegen sollte in den jeweiligen Behörden in der Wachtmeisterei oder in der Einlasskontrolle gut sichtbar ausgelegt werden, um im Notfall schnell zur Hand zu sein. Checkliste-Nadelstichverletzung

3. Nachsorge: Die Deutsche Aidshilfe unterstützt Mitglieder, die sich möglicherweise infiziert haben, durch Begleitungen zu Therapien und Seelsorge.

Bei Fragen oder bei Bedarf an Unterstützung könnt Ihr Euch jederzeit an uns wenden.

Mit kollegialen Grüßen

Der Vorstand

 

Pressemitteilung des Bundesverbands der Justizwachtmeister: Aktuelle „Schockanrufe“ in Bayern.

In den letzten Tagen haben wir mit Besorgnis von einer neuen Masche gehört, bei der Kriminelle „schamlos Namen, Adressen und Symbole der Justiz“ nutzen, um ahnungslose Bürgerinnen und Bürger um ihre Ersparnisse zu bringen. Besonders alarmierend ist die ungewöhnliche Häufung dieser Vorfälle in Augsburg, wie Justizminister Eisenreich hervorhebt. Es ist uns jedoch wichtig zu betonen, dass dieses Phänomen bundesweit auftreten kann und daher möchten wir alle Kolleginnen und Kollegen im Justizwachtmeisterdienst sensibilisieren.

Wir, der Bundesverband der Justizwachtmeister, möchten an dieser Stelle auf die herausragende Arbeit hinweisen, die die Kolleginnen und Kollegen vor Ort leisten. Sie sind an vorderster Front tätig, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten und solche betrügerischen Machenschaften zu bekämpfen. Ihr Engagement und ihre Professionalität tragen entscheidend dazu bei, das Vertrauen in die Justiz aufrechtzuerhalten und die Bürger vor diesen skrupellosen Tätern zu schützen.

Für detaillierte Informationen zu diesem Thema verweisen wir auf die Berichterstattung in der Süddeutschen Zeitung und den Fernsehbericht von a.tv Aktuell vom 21.10.2024. Diese Berichte bieten weitere Einblicke in die aktuelle Situation und die Maßnahmen der Justiz:

– Süddeutsche Zeitung: Schockanrufe in Bayern https://www.sueddeutsche.de/bayern/bayern-schockanrufe-kriminalitaet-eisenreich-justiz-lux.

– Fernsehbericht a.tv Aktuell vom 21.10.2024 https://www.augsburg.tv/share/274942%20-%0a.tv%20

Wir appellieren an die Öffentlichkeit, aufmerksam zu sein und im Zweifel immer die zuständigen Stellen zu kontaktieren. Gemeinsam können wir dazu beitragen, dass solche kriminellen Aktivitäten nicht ungestraft bleiben und die Täter zur Verantwortung gezogen werden.

Für Rückfragen stehen wir jederzeit zur Verfügung.

Der Vorstand